August 12, 2022

Wir können es immer kaum abwarten bis der Sommer wieder da ist. Sonne, blauer Himmel, Sommerurlaub, Wasserdummy apportieren und schwimmen im See oder Meer, heiße Temperaturen, ein Eis schlecken im leichten Sommerkleid, Sport wieder nach draußen verlagern können und die Natur mit unseren Hunden genießen.

Wir fahren in der Urlaubszeit immer sehr gerne zum Wandern in die kühlen Berge mit unserer Fellnase Nala. Meistens haben wir auch das Glück, dass wir an Flüssen, Seen oder kleineren Bäche entlanglaufen. Das sorgt für eine wunderbare Abkühlung.

Erfahre in diesem Artikel, wie dein Hund schwitzt, was ein Hitzeschlag ist und worauf du sonst noch achten kannst, um mit deinem Vierbeiner möglichst kühl, entspannt und gesund bei Hitze durch den Sommer zu kommen.

Denn: Alles bereits über 27 Grad ist für unsere Fellnasen sehr anstrengend!
Sie können nicht - wie wir - über die Haut ihre Körpertemperatur regulieren. Dadurch fällt es ihnen viel schwerer sich abzukühlen.

Wie schwitzen Hunde und warum ist Hitze ein Problem für sie?

Ist dir schon mal aufgefallen, dass dein Hund im Sommer manchmal nasse Pfotenabdrücke auf dem Boden hinterlässt?
Das liegt daran, dass Hunde über die Ballen schwitzen. Leider reicht das jedoch nicht aus zur Reduzierung ihrer Körpertemperatur im Sommer, weil sie nur wenige Schweißdrüsen an den Pfoten und im Ballenbereich besitzen.

Die Regulation der Körpertemperatur erfolgt bei unseren Fellnasen hauptsächlich über das Hecheln.
Durch den dabei verursachten Luftstrom verdunstet vermehrt Feuchtigkeit in den Schleimhäuten und führt somit zur Absenkung der Körpertemperatur.

Allerdings hilft Hecheln bei Temperaturen über 27 Grad nur bedingt. Und wenn deine Fellnase dann noch ein dickes Fell besitzt, reicht das Hecheln zur Abkühlung alleine nicht mehr aus. Daher besteht die Gefahr der Überhitzung und eines Hitzeschlags für deinen Hund im Sommer, der dramatisch enden kann.

Es gibt jedoch viele einfach umsetzbare Tipps zur Abkühlung.

15 Hitze-Tipps, damit dein Hund entspannt und gesund durch den heißen Sommer kommt

1. Viel trinken

Beim Hecheln wird sehr viel Flüssigkeit in kurzer Zeit verdunstet. Stell ausreichend Wasser zum Trinken zur Verfügung. Ein Hund sollte durchschnittlich 40-50 ml Wasser pro kg Körpergewicht trinken. Bei starker Hitze steigt der Trinkbedarf auf 100-150 ml pro kg Körpergewicht.
Sollte dein Vierbeiner nicht so viel trinken, kannst du einfach etwas Wasser in sein Futter mischen.
Für unterwegs bevorzuge entweder schattige Waldwege mit Bächen/Flüssen für eine Abkühlung oder nimm eine Flasche Wasser mit.


2. Entspannte Ruhepausen an einem schattigen Ort

Bei Entspannung und Ruhe wird weniger Energie verbraucht und der Körper heizt nicht so schnell auf. Ermögliche deinem Vierbeiner seinen Platz frei wählen zu können. Auf Fliesen liegen unsere Fellnasen besonders gerne, da es schön kühlend ist.

Draußen ist es wichtig einen Schattenplatz anzubieten.


3. Spaziergänge morgens oder abends 

Ausgiebige Spaziergänge in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen und eher schattige Waldwege, als sonnenbestrahlte Felder wählen. Über den Tag empfehle ich lieber kürzere Hunderunden, dafür häufiger.


4. Abkühlung

Im eigenen Hundepool, an Bächen, Flüssen oder Seen. Es gibt spezielle Wasserspielzeuge, mit denen ihr zum Beispiel Apportieren üben könnt. Auch eine schöne Sache, um deinem Hund die Berührung mit Wasser spielerisch schmackhaft zu machen. Denke daran, dass Wasser das Erregungslevel deines Hundes erhöht und er somit schneller auf neue Reize (z.B. andere Hunde) reagieren könnte.

Nimm Abstand von stehenden Gewässern, da hier die Gefahr einer Magen-Darm-Erkrankung lauern könnte durch Bakterien.

Bei den Kühlmatten kann ich dir vor Allem selbstkühlende Matten empfehlen, da diese auf die Körperwärme deines Hundes reagiert. Der Vorteil von Matten gegenüber Westen ist, dass dein Hund jederzeit die Matte verlassen und sich so vor Unterkühlung schützen kann. Oder ein nasses Handtuch hinlegen. Achte darauf, dass er frei wählen kann, ob und wie lange er sich drauflegen will.


5. Auto

Autofahren nur auf das Nötigste beschränken und lasse NIE deinen Vierbeiner im Sommer im Auto! Selbst mit geöffneten Scheiben lädt sich die Temperatur im Inneren ganz schnell auf und es besteht die Gefahr eines Hitzschlags, der schlimmstenfalls sogar zum Tod führen kann.

Auch wenn es nicht so dramatisch direkt kommt, haben Hunde bei zu hoher Temperatur richtig Schmerzen. Sie regulieren die Körpetemperatur über die Zunge beim Hecheln. Da kann man sich gut vorstellen, dass das einfach länger dauert bis der Körper etwas heruntergekühlt ist – gerade, wenn er nicht mehr in der Lage ist die Hitze aus seinem Körperinneren an die Umwelt abzugeben.

Wenn man sich die Temperaturentwicklung im geschlossenen Auto in der nachfolgenden Tabelle von Peta ansieht, wird es schnell klar, dass wir unsere Vierbeiner auch nicht „nur kurz“ im Auto lassen sollten.

Hitzeentwicklung-im-Auto-Tabelle-2019-07

Akute Lebensgefahr!

6. Klimaanlagen

Vorsicht mit Klimaanlagen, die Innentemperatur sollte nicht mehr als 6 Grad kühler sein als draußen, da es sonst zu Kreislaufproblemen kommen kann.
Auch Zugluft z.B. im Auto solltest du vermeiden, da es zu Augenentzündungen und mehr kommen kann.


7. Hitze bedeutet Stress

Für unsere Vierbeiner lösen die hohen Temperaturen Stress aus. Lass daher jegliche Art von Training entspannter ablaufen. Neue Herausforderungen verschiebst du besser auf kühlere Temperaturen, wie am frühen Morgen oder später Abend.


8. Keine starken Belastungen

Sportliche Anstrengungen (z.B. im Training, beim Joggen oder am Fahrrad laufen) sollten bei Hitze vermieden werden.


9. Training draußen generell geringhalten

Wusstest du, dass deine Fellnase bei Nasenarbeit das Hecheln unterbrechen muss? Bei zu langen Trainingseinheiten kann dein Vierbeiner sich nicht mehr ausreichend runterkühlen.


10. Heiße Untergründe

Achte darauf, dass ihr nicht auf heißem Untergrund, wie zum Beispiel aufgeheizter Asphalt oder Sand, lauft. Die Pfoten deiner Fellnase sind sehr hitzeempfindlich.


11. Sonnenschutz

Fell schützt (wie bei uns die Haare). Empfindliche und kahlere Stellen, wie zum Beispiel die Hundenase, sind ungeschützt und sollten eingecremt werden. Bei Hunden mit hellem Fell können mehrere Körperstellen empfindlicher sein.


12. Fellpflege

Bürste regelmäßig deinen Hund, damit seine Haut atmen kann. Zum Ausbürsten von Unterwolle gibt es spezielle Bürsten. Das Kürzen des Fells ist bei manchen Langhaar-Hunden empfehlenswert.
Achte darauf, dass es nicht zu kurz geschnitten wird, da das Fell auch als Sonnenschutz dient.

13. Besondere Schonung bei Hunden mit verkürzten Nasen (z.B. Mops)

Hat dein Hund eine verkürzte Nase ist seine Thermoregulation besonders eingeschränkt.
Achte hier ganz besonders auf Schonung, denn starke Hitze kann sich ganz schnell zur Lebensgefahr entwickeln.

14. Übergewichtige, kranke oder ältere Hunde

Wenn du einen übergewichtigen, kranken oder älteren Vierbeiner hast, ist die körperliche Belastung bei Hitze besonders hoch.

15. Fütterung

Bei Hitze leidet auch der Appetit und dein Vierbeiner isst wohlmöglich weniger. Falls sein Fressverhalten unverändert bleibt, biete ihm eher mehrere kleine und leichtere Mahlzeiten über den Tag verteilt an, als eine große.

Eine tolle Sache ist ein Kong, den du mit den verschiedensten Lebensmitteln füllen kannst. Voraussetzung ist, dass dein Hund es verträgt. Hast Du zum Beispiel Quark oder Joghurt (nicht zu dünnflüssig) noch im Kühlschrank? Dann mische es mit einer Handvoll Leckerchen und befülle damit den Kong. Im Internet findest du viele weitere geeignete Rezeptideen.

Zu der schmackhaften Abkühlung förderst du die Fähigkeit deines Hundes Probleme ohne fremde Hilfe zu lösen. Das beruhigt, macht müde und stärkt gleichzeitig das Selbstwertgefühl deines Lieblings.

Ist der Kong neu für deine Fellnase?

Achte darauf, dass er anfangs schnell und leicht an den Inhalt kommen kann. Denn Erfolg motiviert.

Mit der Zeit kannst du die Kongfüllung etwas herausfordernder gestalten.

Sonja Vargas Hund im Wasser am See mit Dummy

Was ist ein Hitzschlag beim Hund und wie erkenne ich ihn?

Wenn die Körpertemperatur deines Hundes über 38,5 °C steigt, spricht man von Fieber.

Bei einem Hitzschlag liegt sie über 40,5°C und kann für einen Abbruch von Stoffwechselkreisläufen im gesamten Körper sorgen. Du kannst an den folgenden Symptomen erkennen, ob dein Hund einen Hitzschlag hat. Beachte, dass diese Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

- Starkes Hecheln

- Beschleunigter Pulsschlag

- Schnelle flache Atmung

- Erhöhte Körpertemperatur

- Tiefrote Zunge

- Schleimhäute können blass sein

- Glasiger Blick

- Eingefallen wirkende Augen

- Erbrechen

- Erschöpfung

- Krämpfe

- Taumelnder Gang, Gleichgewichtsstörungen

- Bewusstseinsstörungen: erkennbar, wenn dein Hund nur schlecht oder überhaupt nicht mehr auf deine direkte Ansprache reagiert. Auch bewegt er sich schwankend fort oder lässt sich einfach fallen.

- Bewusstlosigkeit

Sonja Vargas Hund am Strand

Was tun, wenn mein Hund einen Hitzschlag hat?

Mit diesen Maßnahmen kannst du deinem Hund helfen:

- Vorsichtige Kühlung so schnell wie möglich.
- Aus der Sonne in den kühleren Schatten bringen.
- Nasskalte Handtücher oder Kühlbeutel (nicht länger als max. 10 Minuten auf derselben Stelle halten) auf Beine, Arme und in den Nacken, damit seine Körpertemperatur runterfahren kann.
- Wasser zum Trinken anbieten (nicht eiskalt!). Dosiere das Wasser, damit dein Hund nicht zu hastig trinkt.

Generell empfehle ich dir einen Tierarzt bzw. eine Tierklinik aufzusuchen, um sicherzugehen, dass es deiner Fellnase schnell wieder gut geht.

Auf der Webseite „Erste Hilfe beim Hund“ kannst du dich über Hitzekollaps, Hitzschlag und Sonnenstich detaillierter informieren.

Fazit: Abkühlung, ausreichend Wasser und Entspannung

Jeder Hund toleriert Hitze unterschiedlich.

Unsere Hündin Nala ist eine richtige Sonnenanbeterin und wechselt zwischen Sonnen- und Schattenplätzen mehrmals täglich.

Darum empfehle ich dir:

- Beobachte deinen Hund gut.
- Biete ihm schattige Plätze und Abkühlung an.
- Sorge dafür, dass er ausreichend Wasser trinkt.
- Versuche seine Grenzen zu erkennen und ermögliche ihm viel Ruhe und Entspannung.
- Denn Hitze ist anstrengend und verbraucht viel Energie.

Du möchtest mehr über Entspannung für dich und deine Fellnase erfahren?

Schaue dir gerne mein Angebot auf meiner Arbeite mit mir und Für Dich - Seite an.

Eine schöne Urlaubszeit und kommt entspannt und gesund durch den Sommer.